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Skischaukel am Riedberger Horn vor dem Aus

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1804 Riedberger Horn gerettet 04


Der Streit um die Skischaukel am Riedberger Horn hat vorerst ein Ende. Der neue Ministerpräsident Markus Söder zog - nicht ganz uneingennützig - die Reißleine.

Er verkündete am 6. April auf einer Pressekonferenz das vorläufige Aus für die ursprünglichen Erschließungspläne im Allgäu. Laut Söder waren auch die kritische, bayernweite Aufmerksamkeit sowie befürchtete Imageverluste für die Region mitausschlaggebend für die Entscheidung. Zudem dürfte vermutlich der laufende Wahlkampf eine bedeutende Rolle gespielt haben. Söder will das Thema offensichtlich aus dem Wahlkampf raushalten und macht den betroffenen Gemeinden zusätzlich Versprechen. 20 Millionen Euro will der Freistaat demnach ausgeben, um einen sanften und schonenden Tourismus in Balderschwang und in Obermaiselstein zu entwickeln. Diese neue Förderung soll zudem Modellcharakter für ganz Bayern haben.

Der Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben freut sich über die Entscheoidung. „Ich bin erleichtert und erfreut, dass mit der nun gefundenen Lösung einerseits den berechtigten touristischen Belangen der Gemeinden rund um das Riedberger Horn Genüge getan wird und andererseits ein überaus wichtiges Leuchtturmprojekt für Bayern an den Start gehen kann, das mit der Tourismuskompetenz in Bayerisch-Schwaben und dem Allgäu beste Bedingungen haben wird“, so der Vorsitzende des Tourismusverbands Klaus Holetschek, MdL.

Der Deutsche Alpenverein begrüßt die Kehrtwende ebenfalls, bleibt aber skeptisch. Von Beginn an hat sich der DAV gegen die Änderung des Alpenplanes und die Erschließung am Riedberger Horn ausgesprochen. Der Spitzenkletterer Alexander Huber, die Expeditionsbergsteiger Alix von Melle und Luis Stitzinger, Dr. Antje von Dewitz, Geschäftsführerin von VAUDE, und viele andere bekannte Gesichter waren aktive Unterstützerinnen und Unterstützer der DAV-Kampagne #DankeAlpenplan. Die erzeugte mediale Aufmerksamkeit, die hohen Reichweiten, die virale Ausbreitung der Kampagne sowie das verzweigte Netzwerk sorgten für einen Erfolg, der wohl auch zur heutigen Entscheidung beigetragen hat und den DAV darin bestärkt, sich weiter für den Schutz der Alpen zu engagieren.

Dies bedeute auch, dass der DAV die nun angekündigten Millionen-Pläne im Allgäu sehr genau beobachten und begleiten werde. Grundsätzlich sei es sehr erfreulich, wenn der naturnahe Tourismus im bayerischen Alpenraum so massiv gefördert werde. Die Naturschutzverbände wollen Ministerpräsident Söder jedoch beim Wort nehmen und darauf drängen, dass auch künftig „Ruhe und Frieden am Riedberger Horn“ herrschen und keine Eventisierung stattfinde.

Gerade große Alpenvereinsprojekte wie „Bergsteigerdörfer“, „Natürlich auf Tour“ oder die bundesweiten Kletterkonzeptionen böten gute Ansatzpunkte für die Realisierung eines naturnahen und nachhaltigen Tourismus. Sollte es mit der Entscheidung gelingen, dass Tourismus, Regierung und Verbände künftig gemeinsam nach den besten Lösungen suchten, seien die angekündigten Gelder eine sehr sinnvolle Investition. Und nur im Zusammenspiel aller Akteure könnten die Bayerischen Alpen auch für kommende Generationen als einzigartiger Erholungs- und Naturraum bewahrt werden.
 
Kurz nach der offiziellen Pressekonferenz der Staatsregierung erläuterten Bund Naturschutz in Bayern e. V. (BN) und Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV), den Sachstand der von ihnen eingereichten Normenkontrollklage bezüglich der Alpenplanänderung: Unabhängig von der heutigen Entscheidung werde die Klage so lange aufrechterhalten, bis konkrete Vorschläge auf dem Tisch lägen, wie das Riedberger Horn dauerhaft zu sichern sei. Unterstützt werden die beiden Verbände von der CIPRA Deutschland, in der neben BN, LBV und DAV acht weitere Naturschutzverbände organisiert sind. „Wir treten gemeinsam ein für einen starken Alpenplan“, so Rudi Erlacher, DAV-Vizepräsident. „Nur durch ihn sind unsere Bayerischen Alpen so unberührt und ursprünglich geblieben, wie wir sie kennen und lieben“.

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Bild: Deutscher Alpenverein